Im Auftrag der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft DRAU WOHNBAU haben wir zwischen 2009 und 2015 die Wohnanlage Ebenthal geplant und realisiert. In 3 Baustufen entstanden insgesamt 56 Mietwohnungen in der beliebten Wohngegend südöstlich von Klagenfurt.

Die erste und zweite Baustufe wurde bereits 2009 bzw. 2010 übergeben. Die zwei in konventioneller Massivbauweise errichteten Baukörper sind im Prinzip identisch und stellen auf 3 Geschossen jeweils 18 Wohnungen bereit. Die Erschließung erfolgt mittels offener, aber überdachter Laubengänge mit Betonbrüstungen, deren Gesamteindruck als skulpturales Gestaltungselement auf dem ansonsten schlichten Baukörper erscheint.

Kleine Vorgärten und Balkone tragen wesentlich zur Wohnqualität bei; vorgesetzte bunt bedruckte Kunststoffnetze und Glasplatten dienen einerseits dem Sichtschutz und bilden andererseits ein farbenfrohes, gestalterisches Element.

Baustufe III in ökologischer Holzbauweise

Die Baustufe III wurde aus städtebaulicher Übergang von den bereits bestehenden Gebäuden der Baustufe I und II zu den angrenzenden Einfamilienhäusern als kleingliedrige Anlage mit 2 Geschossen konzipiert. Die drei Baukörper für insgesamt 20 Wohneinheiten bilden einen autofreien Innenhof aus; großzügige Grünflächen und private Eigengärten gewährleisten eine familienfreundliche Wohnqualität.

Die Gebäude wurden in einer Mischbauweise errichtet: Der Keller sowie der Stiegenhauskern wurden massiv in Stahlbeton errichtet, die Außenwände sowie die Decken in Holzbauweise. Die Massivholzdecken (Kreuzleimholz) wurden innen sichtbar ausgeführt und schaffen eine angenehme Wohnatmosphäre.

Diese modulare Bauweise gewährleistet aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades (die Wände werden als geschosshohe Fertigteile angeliefert) neben einem raschen Baufortschritt auch einen ökologischen Aspekt.

Mischbauweise Betonkern mit Holzaußenwänden und -decken

Mischbauweise Betonkern mit Holzaußenwänden und -decken

Positive Ökobilanz

Die statischen Eigenschaften von Holz (hohe Festigkeit und Tragkraft bei geringem Eigengewicht), gepaart mit einem natürlichen, wohligen und ausgeglichenen Wohnklima hat den Werkstoff schon immer für einen Einsatz in Wohnräumen interessant gemacht. Aufgrund von geänderten Brandschutzbestimmungen ist der Einsatz des nachwachsenden Rohstoffes Holz seit einigen Jahren auch für mehrgeschossige Wohn- und Bürogebäude möglich. Dabei ist es nicht zuletzt die gute Ökobilanz, welche die Holzbauweise zunehmend auch im Geschosswohnbau zu einem zukunftsweisenden Trend macht:

Holz gilt als klimaschonend. Ein Kubikmeter Holz speichert eine Tonne CO². „Baue ich mit Holz verlängere ich diesen Effekt auf die Lebensdauer des Gebäudes und trage so positiv zum Klimaschutz bei“, so Georg Binder, Geschäftsführer von ↗ proHolz Austria.

Niedrigenergiekonzept

Schon bei den ersten beiden Baustufen wurde großer Wert auf den ökologischen Aspekt gelegt: Die Gebäudes sind als Niedrigenergiehaus in der Öko-Klasse 3 ausgeführt; die Wärmeversorgung erfolgt mit einer Pellets-Heizung, unterstützt durch solare Energie. Bei den Gebäuden der Baustufe III erfolgt diese über eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung. Eine thermische Solaranlage (94 m² mit Pufferspeicher) unterstützt die Heizung und soll bis zu 25 % des Heizwärmebedarfs decken. Die Wärmeverteilung in den Wohnungen erfolgt über eine Fußbodenheizung.

Eigengärten und Balkone: farbenfroher Sichtschutz

Eigengärten und Balkone: farbenfroher Sichtschutz

Wohnanlage Ebenthal

Baustufe I und II: Außenliegende Erschließung als skulpturales Gestaltungselement

Baustufe III: Kleingliedriges Bebauungskonzept

Baustufe III: Kleingliedriges Bebauungskonzept