Auf mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Bauprojekten kann Trecolore Architekt Hermann Dorn mittlerweile verweisen und doch will er nicht gelten lassen, dass daraus eine unverselle Routine ableitbar wäre. In einer Diskussion mit Bauherren und Planungspartnern hat er kürzlich Einblicke in seine Philosophie gegeben und erklärt, warum selbst kleine Bauvorhaben als eine komplexe Aufgabenstellung zu sehen sind.

Architekt Hermann Dorn bei der Arbeit im Home Office

Architekt Hermann Dorn bei der Arbeit im Home Office

DISKUSSION AUF AUGENHÖHE
Zu Beginn meiner Tätigkeit als Architekt hat mir die jugendliche Unbekümmertheit geholfen, sehr große aber auch sehr kleine Projekte umzusetzen, viele davon im Ausland und mit der Erschwernis einer aufgrund der fremden Sprache eingeschränkten Kommunikation. Aber dadurch war ich gezwungen, mich auf jedes Gespräch bestmöglich vorzubereiten, damit sichergestellt war, dass wir uns auf Augenhöhe über die jeweilige Aufgabenstellung unterhalten konnten. Das war eine wertvolle Schule für mich und hat manifestiert, dass eine erfolgreiche Projektrealisierung davon abhängig ist, die richtigen Projektpartner zu finden. Die richtige Interpretation der Aufgabenstellung, die Festlegung eines überschaubaren Projektablaufes und das frühe Erkennen von möglichen Zielkonflikten sind wesentliche Parameter, die im Kollektiv gelöst werden müssen.

WER VIELE FRAGEN STELLT, GILT RASCH ALS KOMPLIZIERT.
Moderne Planungstools erleichtern uns heute das Bestreben, im Sinne einer effizienten und damit kostensicheren Projektabwicklung frühe Festlegungen zu treffen und mittels einer virtuellen Projektplanung die daraus resultierenden Erkenntnisse und Optimierungen in die reale Bauumsetzung einfließen zu lassen. Dafür benötigen wir jedoch bereits bei der Projektinitiierung eine Vielzahl von Parametern, die es zu ergründen gilt.

Da wird uns schon mal vorgeworfen, kompliziert zu sein. Wir wissen, dass es nicht einfach ist Themen abzuhandeln, die erst in mehr oder weniger ferner Zukunft benötigt werden. Deshalb brauchen wir das Vertrauen, vielmehr aber noch die Aufmerksamkeit des Bauherrn, um gemeinschaftlich den für ihn optimierten „Maßanzug“ zu erstellen.

GEHT DAS NICHT EINFACHER?
Ich habe erst kürzlich einen sehr philosophischen Vergleich gelesen, der mir gefallen hat: Erklären Sie mal einem Bewohner – beispielsweise der Sahelzone – wie einfach es ist, in Mitteleuropa abends in einem Raum das Licht anzuschalten. Wie vergleichsweise einfach es ist, einen Schalter zu betätigen, anstatt ein Lagerfeuer zu entfachen. Was aber im Hintergrund alles stattfinden muss, damit der Lichtschalter funktioniert, sind hochkomplexe Vorgänge und Vernetzungen.

Ergo: Vieles was einfach erscheint, sind im Grunde komplizierte Prozesse, die auf den ersten Blick verborgen bleiben. Wenn unsere Auftraggeber zu jener Konsequenz und Aufmerksamkeit bereit sind, die erforderlich sind, um unseren effizienten Workflow anzuwenden, wird die Komplexität von Projektabläufen deutlich einfacher bewältigbar. Zielkonflikte können früh erkannt werden und auf Fehlentwicklungen zeitgerecht reagiert werden. Das führt zu einer größeren Kostensicherheit und damit zu signifikanten Vorteilen für den Bauherren.

Das nennen wir intelligent einfach.

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